Sommersemester 2016

Seminar: Kulturwissenschaftliche Mobilitätsforschung. Grundlagentexte und aktuelle Forschungsansätze

Leitung: Annegret Pelz (Institut für Germanistik), Alexandra Ganser (Institut für Anglistik und Amerikanistik)

Unser fächerübergreifendes Seminar reagiert auf den gesteigerten Bedarf im Bereich der interdisziplinären Mobilitätsforschung in der Kulturwissenschaft und schließt an den gesellschaftlich-kulturellen und wissenschaftlichen Strukturwandel hinsichtlich Mobilisierung und Immobilisierung der letzten Jahrzehnte an.
Im Seminar werden Grundlagentexte und aktuelle Ansätze zur Erforschung von Phänomenen und Bedingungen von Mobilität in interdisziplinären Zusammenhängen und unter kulturwissenschaftlichen Voraussetzungen erarbeitet. Wir fragen nach der Genese unterschiedlicher Forschungskonzepte, ihren künftigen Möglichkeiten und ihrer Perspektive auf kulturelle Praktiken in Bewegung. Uns interessieren die Relationen von Mobilität und Medialität, die Wechselbeziehung von Mobilität und Stasis/Immobilisierung und von Momenten und Gegenmomenten von Mobilität, und wir gehen davon aus, dass 'die Mobilitätsforschung' generell nicht den Anspruch erhebt, eine Disziplin zu begründen: Es braucht disziplinübergreifende Ansätze, die sich in einem interdisziplinären Dialog ansiedeln, was jeweils auch eine Öffnung eigener disziplinärer Zugänge bewirkt, so dass gezeigt werden kann, auf welch unterschiedliche Art und Weise (Im)Mobilitätskonzepte für die einzelnen Disziplinen Erkenntnisgewinn produzieren.D.h. wir wollen in dem Seminar diskutieren, wie das "new mobilities paradigm" (John Urry) die Fächer, die sich darauf beziehen, von innen heraus verändert, und wie dieses auf das eigene Fach zurückwirken kann. Was das Seminar leisten soll, ist zu zeigen, wie Mobilitätsforschung auch die Selbstreflexionen der eigenen Fächergrenzen herausfordert.

Wintersemester 2016

Wintersemester 2016

Ringvorlesung: "Mobilität und Medialität"

Veranstalterin und Moderatorin: Annegret Pelz (Institut für Germanistik) Mit: Birgit Englert, Franz Eybl, Alexandra Ganser, Roman Kabelik, Edith Anna Kunz, Anna Lipphardt, Babara Maly-Bowie, Arndt Niebisch, Chris Tedjasukmana, Marianne Windsperger, Antje Wischmann. 

Programm:
11.10. Annegret Pelz (Germanistik, Universität Wien): "Alle Bewegung Illusion". R.W.Fassbinders Welt am Draht zwischen Welttheater und Weltsimulation
18.10. Arndt Niebisch (Germanistik, Universität Wien): Jules Vernes Weltverkehr
25.10. Franz Eybl (Germanistik, Universität Wien):Volit subito: Mozart nud sein Briefpapier
8.11. Roman Kabelik (DOC-team ÖAW, Germanistik, Universität Wien): Rhythmus und Repräsentation: Zum Verhältnis von Mobilität und Medialität in der erzählenden Literatur
15.11. Barbara Maly-Bowie (DOC-team ÖAW, Anglistik, Universität Wien): "Ab nach Balkonien": Zum Verhältnis von Mobilität und Medialität bei Netflix
22.11. Birgit Englert (Afrikawissenschaften, Universität Wien): Transnationalität, Translokalität, Diaspora - Gedanken zu verschiedenen Ausprägungen von Mobilität anhand popkultureller Praktiken
29.11. Edith Anna Kunz (Neuere Deutsche Literatur, Universität Lausanne): Verstellungen: Kafkas Mobiliar
Moderation: Franz Eybl
6.12. Chris Tedjasukmama (Medientheorien, Kunstuniversität Linz/IFK): Bilder in Bewegung, Bewegungen im Bild: Die mobilen Medien des Videoaktivismus 2.0
13.12. Marianne Windsperger (Germanistik, Universität Wien): Locating the book - Die Schreibtradition der Sammelbücher in der Gegenwartsliteratur
10.1. Antje Wischmann (Skandinavistik, Universität Wien): Orte - Wege - Karten
17.1. Anna Lipphardt (Kulturwissenschaften, FG Cultures of Mobility in Europe, Universität Freiburg): Mediale Inszenierung des Nomaden in Kunst, Tourismus und Kulturindustrie
24.1. Alexandra Ganser (Amerikanistik, Universität Wien): Weltraumimaginationen im Hollywoodfilm: "Interstellar" und "The Martian"

Sommersemester 2016

Ringvorlesung: "Localizing Yiddish Language and Literature - Funktionsweisen des Jiddischen in diversen Räumen, Sprachen und Kontexten"

Konzeption: Matthias Meyer, Annegret Pelz, Marianne Windsperger (Institut für Germanistik)

Die Ringvorlesung am Institut für Germanistik bietet den Studierenden der Deutschen Philologie (NdL, ÄdL, Sprachwissenschaft), Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Osteuropäischen Geschichte, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Judaistik sowie Interessierten einen Einblick in wichtige Positionen und Forschungsfelder der jiddischen Sprach-, Literatur- und Kulturgeschichte. Eingebettet in die Ringvorlesung ist der Fakultätsvortrag der Philologischen Fakultät von Vivian Liska über Kafka, das Jiddische und die Literatur.

Programm:
8.3. Allgemeine Einführung
15.3. Marion Aptroot (Jüdische Studien, Heinrich Heine Universität Düsseldorf): Jiddische Bücher in der frühen Neuzeit
5.4. Marianne Windsperger (Germanistik, Universität Wien): Postphänomene des Jiddischen in der Gegenwartsliteratur
12.4. Astrid Lembke (Deutsche und Niederländische Philologie, Freie Universität Berlin): Die Rache der Wölfe. Verwandlungserzählungen in vormoderner französischer und jiddischer Literatur
19.4. Benjy Fox-Rosen (Musiker, Komponist): Oy, mayne libe besarabiye: Yiddish Songs in Bessarabia from the Early 20th Century to the Present in Four Portraits
26.4. Gerhard Langer (Judaistik, Universität Wien): Jiddische Midrasch-Texte: Zwischen Bewahrung und Erneuerung
3.5. Martin Przybilski (Germanistik, Universität Trier): Überlegungen zum jüdisch-christlichen Literaturraum in Mittelalter und Früher Neuzeit
10.5. Börries Kuzmany (Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften): Jiddisch in der Sowjetunion
24.5. Brigitte Dalinger (Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien): "das unkünstlerischste Theater der Welt ... die wahrste Kunst der Welt": Jiddisches Theater zwischen Trivialität und Kunstanspruch
31.5. Gabriele Kohlbauer-Fritz (Jüdisches Museum Wien): Das Wienbild in der jiddischen Literatur
7.6. Olaf Terpitz (Doktoratskolleg Galizien, Universität Wien): Zeitzeugenschaft und Genre-Transgression. Der Erste Weltkrieg in S. Anskis "togbukh fun khurbm" (1921-23)
14.6. Jeffrey Shandler (Jewish Studies, Rutgers University New Jersey): Speaking of the Past: Yiddish in Video Interviews with Holocaust Survivors
17. Philologisch-Kulturwissenschaftlicher Fakultätsvortrag:
--- RAUM: BIG II, Eingang Audimax, Hauptgebäude der Universität Wien---
21.6. Vivian Liska (Universität Antwerpen, The Hebrew University): "Sie dürfen näher." Kafka, Jiddisch und die Literatur

Masterseminar: "Portable Media - Medienästhetische, technische und kulturhistorische Aspekte"

Leitung: Annegret Pelz (Institut für Germanistik)

Das SE Masterseminar dient der Entwicklung theoretischer und methodischer Kompetenzen. Selbständiges wissenschaftliches Arbeiten und adäquate Präsentation der Ergebnisse (schriftlich und mündlich) stehen im Vordergrund. Inhaltlich schaltet sich das Seminar ein in die laufende kultur- und medienwissenschaftliche Debatte über Mediennutzung in Bewegung durch immer handlicher werdende, am Körper getragene Kleingeräte (polyfunktionelles Smartphone, Reiseschreibmaschine, Diktiergerät, Tonband, Sofortbildkamera). Die Frage wird sein, wie sich das aus dem neuen Mediengebrauch hervorgehende Verhältnis zum Raum, zu Standorten und zu jenen Localities bestimmen lässt, die erst aus Praktiken der Bezeichnung hervorgehen. Und welche mobilen Schreibszenen- und Praktiken der Mediengebrauch im Transit hervorbringt. In Teil I des MA-Seminars werden Texte gelesen und diskutiert, die den Wandel der Verortung, Navitation, Konnektivität und neuer räumlicher Relationen aus medien- und kulturwissenschaftlicher Sicht beschreiben. Teil II ist exemplarischen Lektüren gewidmet. Integriert in das Seminar sind Vorträge von Portable Media - Forscherinnen und Forschern. Mit anschließendem Workshop.

Wintersemester 2015

DissertandInnenseminar: "Housing, Wohnen, Interieur: Bauformen und Imaginationen kultureller Verortung"

Leitung: Annegret Pelz (Institut für Germanistik), Kirsten Rüther (Institut für Afrikawissenschaften)

Die Begriffe Housing, Wohnen und Interieur prägen historisch und kulturell je unterschiedliche Vorstellungen von Innenräumlichkeiten aus: Das Housing meint einerseits das Arrangement von Gebäuden, Räumen und Flächen, innerhalb derer Arbeit verrichtet wird, privat oder in Gemeinschaft gelebt wird und die Bedürfnisse der Familie organisiert werden.

Im Kontext kolonialer Herrschaft werden über das Housing Machtungleichheiten dokumentiert, gelebt und gewohnt. Das moderne Wohnen andererseits ist der zentrale Begriff der europäischen Kultur- und Komfortgeschichte und das Interieur bezeichnet eine spezifisch raumästhetische Konstellation, die eine Poetik der Atmosphäre und der Dinge umfasst (Oesterle). Alle drei Begriffe bündeln zentrale Ausgangspunkte kulturtheoretischer und -historischer Überlegungen zur Frage der lebensweltlichen Orientierung im Raum. Sie schließen Möglichkeiten einer Weltbewältigung vom begrenzten Ort der Innenwelt (Kemp) auf, sie denken ein Ich eingebettet in eine Dialektik von Wohnen und Ungewöhnlichem, und sie erklären das Wohnen auch in Situationen von Migration und Exil zu etwas Primärem: Es ist die unverzichtbare Grundlage eines jeden Bewusstseins, ohne die ein Ich sich verlieren würde, denn die Einbettung in die Gewohnheit erst erlaubt, die Welt wahrzunehmen (Flusser).

Die Wohnung ist aber nicht nur der Ort, wo sich das bürgerliche Subjekt ein Gehäuse ausprägt, seine Spuren hinterlässt (Benjamin), sich in der Figur des Sammlers der Verdinglichung entgegenstellt und die Mechanismen der eigenen Entfremdung im Bild des inneren Orients (Sternberger) thematisiert. Die Wohnstube ist auch ein kolonisatorisches Modell für die Transformation von Ausland in Inland und für die Verwandlung der Fremde in die eigene Wohnstube (von Braun). Im kolonialen Kontext, der zudem oft durch christliche Missionierung gekennzeichnet war, wurden zudem westliche, christliche, zivilisatorische und moderne Vorstellungen über das Wohnen solchen Kulturen vorgelebt oder ihnen auch vorenthalten, die Wohnen und Interieur jeweils aus eigener Geschichte und eigener Kultur definierten.

Sommersemester 2015

Schwerpunktvorlesung: "Mobilität, Grenzen, Transnationalisierung: Konzepte und Debatten"

Leitung: Petra Dannecker (Institut für Internationale Entwicklung)

Im Mittelgrund dieser Vorlesung stehen unterschiedliche Konzeptualisierungen von Mobilität/Mobilitäten. Dabei wollen wir uns mit der Mobilität von Subjekten, Bildern, kulturellen Praktiken und Objekten beschäftigen aber auch den Aushandlungen und neuen Grenzziehungsprozessen, der Prokuktion und Reproduktion von Identitäten, neuen Institutionen und Organisationen, die diese Prozesse begleiten. Die Vorträge werden einen Überblick geben über die aktuell wichtigsten Ansätze, Debatten, Konzepte und Methoden der disziplinären aber auch der transdisziplinären Forschung zu Mobilität im weitesten Sinne. Aber auch anhand von empirischen Forschungen aus unterschiedlichen Disziplinen sollen im Rahmen diese Vorlesung Konzepte und Vorstellungen von Mobilität, Grenzen und Transnationalisierungsprozesse besprochen werden.

Konversatorium: "Neuere deutsche Literatur: Zirkulationen und Beweglichkeit literarischer Formen"

Leitung: Annegret Pelz (Institut für Germanistik)

Der Begriff der "Zirkulation" im Kontext von kleinen beweglichen Formen.

Im ersten Teil des Seminars werden Grundlagentexte zur Raumsemiotik gelesen, die einen Blick auf die Bewegung über Kulturgrenzen und auf kulturelle Dynamiken erlauben (Lotman). Literaturgeschichte wird als Verflechtungsgeschichte (Werberger) und neuere Überlegungen zur Theorie und Praxis der Transkulturalität werden als Kulturen in Bewegung (Kimmich) gelesen. Auch der Begriff der Formlosigkeit und der Asymmetrie (Rosenkranz) sind Gegenstand der Seminararbeit.

Die Textlektüren im zweiten Teil des Seminars gelten der Auseinandersetzung mit kleinen beweglichen Formen und ihrer Dynamisierung (Avanessian, Huyssen). Die Lektüre der Kurzprosa bei Canetti, Handke, Schnurre, Tieck und Raabe wird begleitet von der Frage nach unveränderlich mobilen Elementen und dem Begriff der Hypertextualität bei Genette.

Bachelorseminar: "Mobilitäten und translokale Räume in Afrika"

Leitung: Birgit Englert (Institut für Afrikawissenschaften)

In diesem Kurs werden wir uns mit verschiedenen Formen von Mobilitäten (insbesondere von Menschen und Medienprodukten) und den damit in Zusammenhang stehenden Prozessen von Translokalisierung auseinandersetzen. Fragen nach der Herausbildung von translokalen Netzwerken und Diaspora-Gemeinschaften innerhalb und außerhalb von Afrika sowie die damit einhergehenden Fragen rund um Identitätskonstruktionen werden im Mittelpunkt der Diskussionen stehen. Der Schwerpunkt liegt auf postkolonialen Gesellschaften.

Weiters werden methodische Ansätzen zur Erarbeitung von solchen sozial- bzw. kulturwissenschaftlichen Fragestellungen diskutiert werden.
Besonderheit: Gemeinsam mit dem von Kirsten Rüther angebotenen Seminar zu Zirkulation von Menschen, Waren, Ideen und Objekten in Afrika, bereitet diese Lehrveranstaltung den Schnittpunkt Afrika Tag 2015; vor. Dieses BASE hat deshalb Projektcharakter und erfordert hohen Arbeitseinsatz der Teilnehmenden, bietet dafür aber die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen.

Seminar: "Die Zirkulation von Menschen, Waren, Ideen und Objekten in Afrika"

Leitung: Kirsten Rüther (Institut für Afrikawissenschaften)

Längst hat sich die Vorstellung aufgelöst, dass Menschen in räumlichen Containern leben und handeln würden (z.B. Staat, Stadt, Nation), oder dass Ideen fest mir Orten verbunden oder an ihnen besonders gut nachvollziehbar wären. Und obwohl das 19. Jahrhundert nach wie vor als dasjenige enormer Mobilität, Zirkulationen und Bewegungen gilt, sind auch nachfolgende Perioden von diesen Phänomenen gekennzeichnet. Das Seminar beschäftigt sich sowohl konzeptionell-analytisch wie in ausgewählten Fallstudien mit diesem Phänomen.

Besonderes: Gemeinsam mit dem von Birgit Englert angebotenen Bachelor-Seminar ‚Mobilitäten und translokale Räume in Afrika‘ bereitet diese Lehrveranstaltung den ‚Schnittpunkt 2015‘ vor. Das Seminar hat deshalb Projektcharakter und erfordert hohen Arbeitseinsatz der Teilnehmenden bietet dafür aber die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen.

Wintersemester 2014

DissertantInnenseminar: "Kulturen und Literaturen in Bewegung. Neue Forschungsansätze zum sog. Mobility Turn"

Leitung: Annegret Pelz, Franz Eybl, Wolfgang Fuhrmann, Marianne Windsperger (Philologisch-Kulturwissenschaftliches Doktoratsstudium)

Das interdisziplinäre Seminar für DissertantInnen wird von Mitgliedern der transfakultären Forschungsplattform "Mobile Kulturen und Gesellschaften" angeboten. Es werden Grundlagen, Voraussetzungen (Portable Media) und Effekte (kleine mobile Formen) des sogenannten Mobility Turn bzw. der der Mobility Studies erarbeitet und aus transdisziplinärer Perspektive (Germanistik, Musikwissenschaft, Vergleichende Literaturwissenschaft) vorgestellt. Doktorandinnen und Doktoranden der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät können eigene Forschungsarbeiten im Kontext der gegenwärtigen Debatten positionieren und zur Diskussion stellen.

Sommersemester 2014

Vorlesung + Übung: "Inseln des Dritten Kinos. Algeriens unsichtbare Bilder"

Leitung: Elisabeth Büttner, Viktoria Metschl (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft)

Drittes Kino pocht auf ein Denken von Filmbildern als einerseits konkreten andererseits politischen Interventionen in tradierte Muster der Sichtbarkeit. Frantz Fanon (Kämpfer der algerischen Revolution, Theoretiker der Entkolonialisierung, Psychiater) beschreibt die koloniale Ordnung als eine 'Welt ohne Zwischenräume'. Wie verhalten sich die Formen des Films, die das Dritte Kino hervorbringt, nun in dieser Welt, die Diversität auszuschließen trachtet? Wie ziehen die Bilder des Films Lücken ein, welche Räume öffnen sie für bisher Unsichtbares und Unvernommenes?
Algerien weist eine lange Geschichte als Umschlagplatz des Dritten Kinos auf, das sich stets als internationale Bewegung verstand. In Algier fand im Jahr 1973 das "Third World Filmmakers Meeting" statt, ein "Pamphlet" für das Dritte Kino wurde verfasst, 1975 folgte die "Algiers Charter of African Cinema". Heute erinnert in diesem Land nach den Jahren des Bürgerkriegs kaum etwas an dessen einstige Bedeutung und internationale Eingebundenheit.

Die Lücken, die einst die koloniale Ordnung aufbrechen sollten, zeitigen sich heute vor allem als Lücke im Archiv der Filmbilder selbst. Algerische Beiträge zum Dritten Kino liegen als Torsi - verstreut und oft unbeachtet - in Filmarchiven quer durch Europa. Die Lehrveranstaltung wird sich auf Spuren dieser Filme begeben, das Dritte Kino als Bildtheorie des Politischen befragen, die Brisanz von Archiven diskutieren und filmische Grenzgänge zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem erörtern.

Wintersemester 2013

Ringvorlesung: "Räume, Texte und Subjekte in Bewegung. Perspektiven auf den transnationalen Raum"

Donnerstag 15:00-16:30h ab 11. Oktober 2012

Hörsaal 7 (Aufgang Stiege 7), Hauptgebäude der Universität Wien

An drei Terminen sind Gäste von auswärts eingeladen:
18.10.2012 Ludger Pries (Bochum)
15.11.2012 Ottmar Ette (Potsdam)
10.1.2013 Ruth Mayer (Hannover)

Veranstalterinnen: Elisabeth Büttner (Theater-, Film- und Medienwissenschaft), Petra Dannecker (Internationale Entwicklung), Birgit Englert (Afrikawissenschaften), Annegret Pelz (Germanistik)

Mitwirkung: Sandra Vlasta (Vergleichende Literaturwissenschaft/Akademie der Wissenschaften)