Katastrophische Topographien des Stillstands

Mag. Nicola Kopf

Betreuer_in: Univ.-Prof. i. R. Dr. Annegret Pelz

Die Arbeit befasst sich mit apokalyptischen Imaginationen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit den 1960er Jahren und fragt nach dem motivischen Zusammenhang von Stillstand und Katastrophe. Von Interesse sind (post-)apokalyptische Darstellungen, die scheinbar zum Stillstand gekommene Welten, erstarrte Landschaften und arretierte Ökosysteme ins Bild setzen und die Frage nach spezifischen Im/Mobilitäten endzeitlicher Umwelten evozieren. Mit Rekurs auf gegenwärtige Mobilitäts- und Zeitdiskurse werden solche als eigenzeitliche Topographien konzeptualisiert, in denen sich antizipierte Endzeit chronotopisch in den Raum einschreibt und vielfältige Dynamiken der Stasis hervorbringt. Paradigmatische Szenarien eines ‚Stillstands als Katstrophe‘ – wie sie etwa Marlen Haushofers Die Wand (1963), Christoph Ransmayrs Strahlender Untergang (1982), Thomas Lehrs 42 (2005) oder Valerie Fritschs Winters Garten (2015) entwerfen – erweisen sich dabei auch als apokalyptische Zeit-Diagnosen, die ihre Brisanz aus einer beschleunigten Gegenwart des Anthropozäns beziehen.