Mag. Nicola Kopf

Nicola Kopf ist seit 1.10.2019 Projektmitarbeiterin (prae-doc) im Doktoratsprogramm "Cultural Mobility Studies" (FWF) der Forschungsplattform Mobile Kulturen.  

Dissertationsthema: 

Gehen, aussteigen, innehalten: Momente und Gegenmomente von Beschleunigung in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur 

Forschungsschwerpunkte 

  • Deutschsprachige Gegenwartsliteratur
  • Aktuelle Be- und Entschleunigungsdiskurse
  • Raum-, Zeit- und Bewegungstheorien 

Curriculum vitae

Studium der Germanistik und Psychologie/Philosophie an der Universität Wien mit Auslandssemester am Trinity College in Dublin (2016) und Tätigkeit als Tutorin und Schreibmentorin am Institut für Germanistik; Diplomarbeit: Innere und äußere Bewegung in Ingeborg Bachmanns Erzählband Das dreißigste Jahr (2019). 

Projektskizze

Ausgehend von einem modernen Beschleunigungsparadigma (vgl. Rosa 2005) interessiert sich das geplante Forschungsprojekt gerade für jene Darstellungsformen von Bewegung, die einer solchen akzelerativen Dynamik zuwiderlaufen. So sollen Momente der Entschleunigung in den Blick genommen werden, die sich als spezifische Figurationen der Verlangsamung in ausgewählten Texten der Gegenwartsliteratur niederschlagen und dadurch entsprechende Erzählräume öffnen, die sich sowohl auf sprachlicher wie auf inhaltlicher Ebene entfalten.

Konkret sind dies etwa Motive des Gehens, Aussteigens oder Innehaltens, die ein Ausbrechen aus beschleunigten Realitäten ermöglichen und alternative Verortungen in der Zeit zulassen. Aus einer solchen Perspektive könnte eine Art ‚Performativität der Geschwindigkeiten‘ hervorgehen, die das narrative Gefüge von Raum, Zeit und Bewegung beeinflusst und damit zusammenhängende Spannungen verdeutlicht.

Im Anschluss an interdisziplinäre Be- und Entschleunigungsdiskurse soll schließlich auch gefragt werden, welche Rolle der Literatur in einem solchen Diskurs zufällt und welche Mittel ihr zur Verfügung stehen, um sich darin zu positionieren. Denn gerade als zeitbezogenes Medium, das kulturelle Vorgänge einfängt, reflektiert und poetisch (re-)konstruiert, ist die Literatur mehr als ein ästhetischer Rahmen, in dem der Zeit eine erzählstrategische Bedeutung zukommt.