Romana Bund, BA MA

Romana Bund ist seit 1.11.2019 Projektmitarbeiterin (prae-doc) im Doktoratsprogramm "Cultural Mobility Studies" (FWF) der Forschungsplattform Mobile Kulturen.

Dissertationsthema:

Postmortale Mobilität: Präparierte Körper in Bewegung

Forschungsschwerpunkte

  • Materielle Kulturen
  • Objektbiographien
  • Wissens- und Naturgeschichte
  • Geschlecht und Agency

Curriculum vitae

Bachelorstudien der Philosophie und Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz; Transdisziplinärer Master in Medienkultur- und Kunsttheorien an der Kunstuniversität Linz, Abschluss mit kulturwissenschaftlicher Arbeit über Taxidermisches Denken. Eine Relektüre der Praktiken und Oberflächen in der Tierpräparation; neben akademischer Arbeit immer wieder im Ausstellungs- und Festivalumfeld tätig

Projektskizze

Präparate, egal ob menschlicher oder tierischer Herkunft, sind scheinbar stillgelegte Körper, die sich doch in Bewegung befinden. Spätestens seit dem 16. Jahrhundert in koloniale Wissens- und Warenströme eingespeist, bewegen sich diese nicht nur durch Raum und Zeit, sondern verändern mit jeder Bewegung auch ihren ontologischen Status. Präparierte Körper mit Blick auf ihre Mobilität zu erfassen, bedeutet diese nicht (mehr) als passive Einheiten zu denken, sondern als Teil heterogener Netzwerke und relationaler Gefüge anzusehen, die erst durch Austausch und Interaktion in topologisch sowie historisch spezifischen Situationen entstehen. Mit jedem Transfer werden somit Transformationsprozesse in Gang gesetzt, die neben Stabilität und Dauer auch universal gültige Klassifizierungstechniken hinterfragen, wie sie im Laufe moderner Dichotomisierungs- und Grenzziehungsverfahren zunehmend entstanden sind. Präparierte Körper in Bewegung sind Hybride, die in den Zwischenräumen von Leben und Tod, Natur und Kultur, Bewegung und Stillstand, sowie Mythos und Fakt operieren und in ihren vielschichtigen Mobilitätsmodi eine stetige Anpassung der Betrachtungs- und Interaktionsweisen erfordern.

Mithilfe eines objektbiographischen Ansatzes begibt sich das Dissertationsprojekt somit auf die Spurensuche nach den tief in koloniale Handels- und Wissensgeschichte eingeschriebenen Netzwerken und Verknüpfungen präparierter und mobiler Körper. Dabei werden anhand von Fallbeispielen Mobilitätsgeschichten freigelegt, die von präparierten Meerjungfrauen und Evolutionstheorien ebenso erzählen werden, wie von intersektionalen Affenfrauen.